Doris M., 1967, Winterthur


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Ich leide schon seit meinem vierzehnten Lebensjahr an Panikattacken. Vor einigen Jahren wurde es dann so schlimm, dass ich auch zu Hause Panik bekam, vor allem wenn mein Mann nicht da war. Nach Draussen konnte ich nur ein paar Schritte allein zu Fuss gehen. Auch wenn jemand mich begleitete, war es nicht viel besser.

Ich war damals bei meinem Hausarzt in Behandlung, der mich sehr gut begleitete. Als auch er nicht mehr weiter wusste, überwies er mich ans ZADZ.  Das Problem war nun aber, wie sollte ich nach Zürich in diese Praxis kommen, wenn ich kaum das Haus verlassen konnte?

Dr. Hättenschwiler erklärte sich bereit, die Sitzung bei mir zu Hause abzuhalten. Zuerst redeten wir über mein Problem, er stellte die Diagnosen und machte eine Anpassung der Medikamente. Beim zweiten Hausbesuch gingen wir ein kleines Stück spazieren. Diesen Spaziergang musste ich fortan täglich mindestens einmal alleine bewältigen. Später versuchten wir meinen Radius immer weiter auszudehnen. Einmal begleitete mich Dr. Hättenschwiler mit dem Bus nach Winterthur und ein anderes Mal fuhren wir mit dem Zug nach Zürich. Da ich in einem Aussenbezirk von Winterthur wohne, muss ich mit dem Bus in die Stadt fahren, was für mich eine zusätzliche Herausforderung war. Schon bald wagte ich es,  durch meinem Mann begleitet, mit dem Zug nach Zürich ins ZADZ zu fahren. Was für ein wunderbares Gefühl. Nur wer selbst einmal an solchen Ängsten gelitten hat, weiss, was dieser Erfolg für mich bedeutete.

Mein Arzt verstand es, mich immer wieder von Neuem  zu motivieren und weitere Schritte in Angriff zu nehmen. Auch wenn ich zuerst grosse Angst hatte und glaubte, es nicht zu schaffen, wurde jeder weitere Schritt zu einem Erfolg. Das hat mir schrittweise das Vertrauen in mich zurückgegeben.

Heute kann ich ganz allein mit dem Zug nach Zürich ins ZADZ fahren. Zu meinen grossen Erfolgen gehört auch, dass ich wieder  mit meiner Familie in die Ferien fliegen kann. Ich geniesse es, meine Freiheit zurück zu haben.