Heidi S., 1956, Nürensdorf


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Ich hatte meine erste Depression 1991 nach dem Tod meiner geliebten Mutter. Eines Morgens konnte ich nicht mehr aufstehen. Ich funktionierte nicht mehr – alles war wie abgestellt! Ich machte eine Therapie bei einem Psychiater.

1993 hatte ich eine Gebärmutterentfernung. Danach wurde ich über Nacht erneut depressiv. Ich fühlte eine starke Enge in meiner Brust, fühlte mich steift, blockiert, Stillstand auf allen Ebenen. Ich war schlaflos, hatte keinen Hunger mehr, wollte nur noch liegen. Auch bei den weiteren depressiven Phasen, die ich hatte, verlief es ganz ähnlich. Ich fühlte mich wie von endlosen Schmerzen überrollt, wie von einer mächtige Welle überspült.

Nur Medikamente vermochten zu helfen, wobei es dauerte, bis das richtige Medikament greifen konnte.

An die Nebenwirkungen musste ich mich gewöhnen. Später erfolgte eine Einstellung mit Lithium. Ich hatte lange mit mir zu kämpfen bis ich bereit war “Dauermedis” zu schlucken. Dafür aber fühlte ich mich allmählich  ruhig und ausgeglichen. Schliesslich setzte ich das Lithium selbständig ab, nicht wahrnehmend, verdrängend, in der Überzeugung, dass es mir ja super gehe. Und tatsächlich ging es mir vorübergehend besser. Ich musste kaum mehr schlafen, wollte die Welt verändern, fühlte mich wie über der Erde schwebend, wollte Projekte starten.

So programmierte ich unbewusst den Absturz. Und der folgte prompt! Schreckliche Ängste, die ich zuvor noch nie in meinem Leben hatte. Es war die Hölle.

Durch Zufall fand ich das ZADZ und fühlte mich schon beim hereinkommen wohl und aufgehoben. Schon das Strahlen der Zentrumsmanagerin war wohltuend. Mein erster Gedanke war: Das ist ein Neuanfang! Die Therapie durch meine tolle Ärztin und natürlich auch die Medikamente halfen mir wieder in den Alltag zurückzufinden.

Später folgten noch zwei Depressionen. In dieser Zeit liessen sich  Klinikaufenthalte leider nicht vermeiden. Dort erlebte ich das Schlimmste. Die armen Menschen, der Lärm……. Ich fühlte mich von Gott verlassen. Nur etwas Gutes hatte mir dann der Klinikaufenthalt doch auf den Weg mitgegeben. Ich habe endlich eingesehen, dass ich Lithium brauche. Heute geht es mir gut auch dank meines Hundes, der mich immer aufs Neue motiviert zu GEHEN.